Burnout mit dem richtigen Therapeuten behandeln

Burnout beschreibt einen Zustand tiefer emotionaler, körperlicher und geistiger Erschöpfung. Er wird meist mit Überforderung und Stress im Beruf in Zusammenhang gebracht. Die Ursachen sind aber vielfältig. So kann die Krankheit auch außerhalb der Arbeit entstehen, beispielsweise wenn jemand seine Angehörigen pflegt oder aufgrund von Arbeitslosigkeit emotional stark unter Druck steht.

 

Burnout: Beschreibung
Der Begriff Burnout kommt aus dem Englischen und steht für  „ausgebrannt, total erschöpft“. Lehrer leiden darunter ebenso wie Manager, Krankenschwestern oder Alleinerziehende. Aber auch bei Rentnern, Menschen, die keinem Beruf nachgehen, und Hausfrauen können sich die Energieakkus leeren. Fachleute beschreiben die Krankheit als einen Zustand körperlicher, emotionaler und geistiger Erschöpfung. Er wird von Unruhe, Anspannung, Motivationslosigkeit, Leistungseinbußen und psychosomatischen Beschwerden begleitet.

 

Was ist Burnout?
Die Frage: „Was ist ein Burnout?“ ist in der Fachwelt nicht eindeutig geklärt. Geprägt wurde der Begriff Burnout vor allem durch den deutsch-amerikanischen Psychoanalytiker Herbert Freudenberger (1974) und die amerikanische Psychologin Christina Maslach.

Eine allgemein anerkannte Definition „Burnout“ gibt es jedoch nicht. In der „International Classification of Diseases ICD-10“, der als Diagnoserichtlinie gilt,  wird der Begriff „Ausgebranntsein / Burnout“ nicht als eigenständige Diagnose, sondern nur als Subkategorie Z73.0 aufgeführt. Burnout ist somit keine sogenannte Behandlungsdiagnose, die beispielsweise allen die Einweisung in eine Klinik rechtfertigt.

Manche Experten bezweifeln sogar grundsätzlich, dass Burnout eine eigenständige Krankheit ist. Sie gehen davon aus, dass Menschen mit der Krankheit im Grunde an einer Depression leiden.

Die Krankheit wurde zuerst im Zusammenhang mit sozialen Berufen beschrieben. Beobachtet wurde es bei ehrenamtlichen Helfern sowie Personen, die in Heil- und Pflegeberufen arbeiten. Das für das Burnout-Syndrom typische „ausgebrannt sein“ lässt sich hier gut nachvollziehen. Meist arbeiten in diesen Berufen Menschen, die ein hohes Maß an Idealismus mitbringen, bis zur körperlichen und emotionalen Belastungsgrenze und erhalten dafür oft wenig Anerkennung.

Einige Zeit lang stand vor allem eine Berufsgruppe im Mittelpunkt der Burnout-Diskussion – die Lehrer. Burnout bei Lehrern ist auch heute noch ein Thema, da die zunehmend höheren Anforderungen des Berufs schnell zu Frustration und Überforderung führen können.

Inzwischen wurde der Burnout-Begriff jedoch auf fast alle Berufsgruppen sowie Nichtberufstätige ausgedehnt. Fachleute sind sich heute weitgehend einig, dass einem Burnout nicht unbedingt ein „Brennen“ vorausgehen muss, also ein übergroßes Engagement. Vielmehr kann die Krankheit auch ganz normal engagierte Menschen treffen, die unter zu starkem Druck stehen, beispielsweise infolge von Mobbing.

 

Burnout-Auslöser
Jeder Mensch reagiert anders auf Belastungen. Manche kommen selbst mit extrem schwierigen Situationen gut zurecht, während andere schon mäßigem Druck kaum gewachsen sind. Bei einigen Menschen reichen bereits wenige Auslöser, um die fatale Spirale in Gang zu setzen. Diese sind besonders anfällig für Burnout.

Es gibt aber auch Situationen, die objektiv so belastend und ausweglos sind, dass nur wenige Menschen sie ohne Ausbrennen überstehen. Letzteres bezeichnen Experten auch als „Wareout“, „Zermürbung“ oder „passives Burnout“. Auch sehr widerstandsfähige Personen sind demnach nicht vor Burnout geschützt. Gefährdet ist man vor allem dann, wenn eine Reihe von frustrierenden Episoden eintritt und die Ressourcen damit umzugehen, erschöpft sind.

Die Burnout-Ursachen sind individuell so unterschiedlich wie es die Betroffenen sind. Die Bedürfnisse und Ziele jedes Menschen sind in ihrer besonderen Konstellation einmalig. Ebenso unterschiedlich ist die Umwelt, in der sie leben. Es lässt sich daher nur ein grobes Raster aus inneren und äußeren Faktoren erstellen, das auf den verschiedenen Burnout-Theorien beruht.

 

Innere Ursachen, die das Burnout-Risiko erhöhen
Grundsätzlich scheint es zwei Typen von Menschen zu geben, die ein erhöhtes Burnout-Risiko haben:

  1. Menschen mit einem schwachen Selbstbewusstsein, die infolgedessen überempfindlich, eher angepasst und passiv und besonders liebebedürftig sind.
  1. Ebenso findet man unter den Burnout-Kandidaten häufig dynamische, sehr zielstrebige, ehrgeizige Menschen, die sehr viel Idealismus oder Engagement zeigen.

Diese zwei Typen sind sehr gegensätzlich und haben doch Gemeinsamkeiten. Beide Typen haben Schwierigkeiten, ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen, und einen starken Wunsch nach Anerkennung von ihrer Umwelt.

Innerpsychische und persönliche Risikofaktoren für Burnout sind zudem:

  • Abhängigkeit des Selbstbildes von der erfolgreichen Ausübung einer einzigen Rolle (z.B. der aufopferungsvolle Krankenpfleger, die erfolgreiche Managerin)
  • Zweifel am Sinn des eigenen Handelns
  • Unrealistisch hoch gesteckte Ziele, die nicht oder nur unter unverhältnismäßigem Energieeinsatz zu erreichen sind
  • Ziele, die nicht den eigenen Bedürfnissen, sondern den Erwartungen anderer entsprechen.
  • Hohe Erwartungen an die Belohnung, die auf das Erreichen eines bestimmten Ziels folgt
  • Schwierigkeiten, persönliche Schwäche und Hilflosigkeit einzugestehen
  • Schwierigkeiten, nein zu sagen – entweder zu anderen oder zum eigenen „inneren Antreiber“, der ehrgeizige Menschen zu Perfektion und Höchstleistung anspornt

 

Burnout: Untersuchungen und Diagnose
Obwohl der Begriff „Burnout“ in Medien und Alltagssprache häufig auftaucht, gibt es noch keine allgemeingültige Definition für das Burnout-Syndrom.

 

Differentialdiagnose Burnout
Zur Feststellung des Burnout-Syndroms wird oft der „Maslach burnout inventory“ von Christina Maslach angewandt. Dieser Fragebogen ist das am weitesten verbreitete Messinstrument für die Diagnose „Burnout“. Dennoch gibt es nach wie vor keine verbindliche Definition des Burnout-Syndroms, welche die Erkrankung eindeutig von anderen Störungen unterscheidet.

Die Krankheit wird daher auch nicht als eigenständige Störung in den Klassifikationssystemen für psychische Störungen (ICD-10; DSM-V) aufgeführt. Das „Ausgebranntsein“ ist lediglich unter dem Diagnosepunkt „Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung“ als Zusatzdiagnose aufgeführt.

Die größte Schwierigkeit der Diagnose „Burnout“  besteht darin, dass sich die Symptome mit denen anderer Störungen überschneiden, wie zum Beispiel dem chronischen Müdigkeitssyndrom (Fatigue)  vor allem aber der Depression.

 

Burnout oder Depression?
Manche Experten bezweifeln sogar grundsätzlich, dass Burnout eine eigenständige Krankheit ist. Sie gehen davon aus, dass Menschen mit der Krankheit im Grunde an einer Depression leiden. Tatsächlich ist denkbar, dass viele, eigentlich Depressive, die Diagnose Burnout besser akzeptieren können als die einer Depression.  Denn ein Burnout wird gemeinhin Menschen zugeschrieben, die zuvor viel geleistet haben. Eine Depression hingegen wird noch immer – fälschlich – mit Schwäche in Verbindung gebracht.

Viele der Symptome von Burnout,  insbesondere die tiefe emotionalen Erschöpfung, sind tatsächlich auch für Depressionen kennzeichnend. Auch Anzeichen wie Interessens- und Motivationsverlust sind auch Merkmale einer Depression. Dafür, dass es sich dennoch um nicht deckungsgleiche Phänomene handelt spricht jedoch, dass einige wesentliche Symptome nicht übereinstimmen. So sind Depersonalisation und Leistungsunzufriedenheit  nicht typisch für eine Depression. Das allgemein angeschlagene Selbstwertgefühl, das viele Depressive belastet, ist wiederum nicht typisch für ein Burnout.

Manche Fachleute sehen Burnout auch eher als einen Risikofaktor für psychische Probleme an, und nicht als eigenständige Erkrankung. Andere beschreiben die Krankheit als einen Prozess der, sofern er nicht gestoppt wird, in eine Erschöpfungsdepression mündet. Die Grenzen zwischen Burnout und Depression  bleiben somit weiterhin unscharf. Der Therapeut muss also sehr sorgfältig schauen, ob nicht eigentlich – oder außerdem – eine Depression vorliegt, die entsprechend behandelt werden muss.

 

Einsicht gewinnen
Beim Burnout gilt das Gleiche wie bei vielen anderen Krankheiten und Störungen: Je früher das Problem erkannt und angegangen wird, desto besser lässt es sich beheben. Die Voraussetzung für eine Besserung ist die Einsicht, dass es überhaupt ein Burnout-Problem gibt.

Burnout bzw. die damit einhergehenden Symptome sind durch eine systemische und/oder tiefenpsychologische Psychotherapie gut behandelbar.